Samstag, 26. Dezember 2009
Parque Tunari
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Feliz Navidad!
Lange nichts mehr geschrieben.... Bin geflogen, gewandert (werde ich noch von berichten), hab Abschiede und Geburtstage gefeiert, hab auch in den Ferien fast jeden Tag den Computerraum fuer die Kids aufgemacht und einen Kalender fuer 2010 produziert. In den letzten Tagen haben mich morgens 30 Kinder erwartet (wir haben 15 Computer). "Profe, Profe!!!!!!"
Schoen, ein bisschen mehr Zeit fuer die Kinder zu haben, einige Namen zu lernen und sie auf der Strasse wiederzuerkennen. Habe viele neue Spiele installiert, u.a. ein Memory mit den Bildern von den Kids selbst; und hab natuerlich alle Einstellungen von den Computern veraendert.
Heute war das Weihnachtsfruehstueck zu dem 400 Kinder erwartet wurden. Alle Kinder der Comunidad haben Kakao, ein Brot und anschliessend eine Tuete mit Spielzeug und Suessigkeiten bekommen. Genau wie bei der Wahl mussten die Kinder ihren Finger in unabwaschbare Tinte tauchen. Ich habe waehrenddessen Bilder und Kalender verkauft.
Danach durch die Stadt mit Trufi-Taxi zurueck. Ein einziges Verkehrschaos. Ganz Cochabamba ist am 23. und 24. in der Stadt, alles dicht. Ich muss zum Glueck nichts mehr einkaufen. Bereit fuer Weihnachten, auch wenn das Wetter dazu nicht passt. Nachts kommt durch die vielen Lichterketten in der Stadt aber sogar ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. Das Haus ist auch voll von Weihnachts-"Adornos", mein neues Lieblingswort. Weihnachtsbaum wird nach deutscher Tradition auch erst am 24. aufgestellt, und das Christkind kommt auch erst morgen in die Krippe.
Ich wuensche Euch allen Frohe Weihnachten!!!!!!!
Michael
Schoen, ein bisschen mehr Zeit fuer die Kinder zu haben, einige Namen zu lernen und sie auf der Strasse wiederzuerkennen. Habe viele neue Spiele installiert, u.a. ein Memory mit den Bildern von den Kids selbst; und hab natuerlich alle Einstellungen von den Computern veraendert.
Heute war das Weihnachtsfruehstueck zu dem 400 Kinder erwartet wurden. Alle Kinder der Comunidad haben Kakao, ein Brot und anschliessend eine Tuete mit Spielzeug und Suessigkeiten bekommen. Genau wie bei der Wahl mussten die Kinder ihren Finger in unabwaschbare Tinte tauchen. Ich habe waehrenddessen Bilder und Kalender verkauft.
Ich wuensche Euch allen Frohe Weihnachten!!!!!!!
Michael
Donnerstag, 3. Dezember 2009
San Benito - Parte 4
Zusammen mit den Familien haben wir die Tage verbracht, gegessen, Fischen gefahren, Fussball gespielt (ja, Christoph, aber mit Alirio und Sisa wars noch lustiger), gebadet, Mais gesaet und Fruechte gesammelt, an einem Kanu gearbeitet. Auf besonderen Wunsch von Sven und Sabine reiche ich auch noch ein Spinnenbild nach.
Was mir aber mehr auf dem Herzen liegt als die Aktiviaeten zu beschreiben, ist, was ueber die Probleme zu schreiben:
Die Indigenas nutzen Flusswasser fuer alles. Baden, Waschen, Kochen, direkt Trinken. Es gibt noch weitere Doerfer Flussaufwaerts. Ausserdem ist die mobile Kokainherstellung ein grosses Problem. Die chemischen Abfaelle werden in die Fluesse gegossen. Wie schon geschrieben, ich habe nur an 2 Stellen im ganzen Dorf gesehen, dass sie Regenwasser sammeln. Delpia wird da hoffentlich was unternehmen. Das Wasser hat wahrscheinlich uns 4 Touristen Amoeben oder aehnliches beschert. Die Indigenas haben allerindgs keine aerztliche Versorgung, koennen sich nicht einfach Medikamente in der Apotheke kaufen.
Die Kokablaetter, die im Chapare angebaut werden, eignen sich nicht zum traditionellen (legalen) Gebrauch, also dem Kauen. Nur zur Kokainherstellung. Deshalb ist (eigentlich) klar, dass der gesamte Koka-Anbau im Chapare illegal ist. Trotzdem bauen selbst die Indigenas im grossen Stil Koka an. Wir haben - noch tief im Wald - Koka-Felder gesehen. Die Bolivianer an sich und die Indigenas haben die Einstellung, sich von der Natur nehmen zu koennen, was sie wollen. So haben wir bei einem Waldspaziergang 3 (!!!) Baume gefaellt, nur um ein paar langweilige Nuesse zu ernten. Wald wird fuer Felder gerodet, manchmal hat der Eigentuemer (in der Communidad kann sich jeder soviel Wald bzw Land nehmen, wie er will) keine Lust und das Feld liegt brach. Delpia arbeitet daran, den Indigenas Alternativen zum Koka aufzuzeigen, z.B. durch den Anbau von Mais. Aber Koka ist einfach die anspruchsloseste Pflanze und die ertragreichste. Man sagt auch, dass man auf einem Feld, auf dem Koka angebaut wurde, spaeter nichts anderes mehr anbauen kann.
Ein weiteres fuer Bolivien typisches Problem ist, dass die Menschen ihren Muell ueberall hinschmeissen. Die Indigenas haben keinen STrom, aber nutzen Taschenlampen und Radios, sogar einen MP3-Spieler habe ich gesehen. Die Batterien werden ueberall hingeworfen, auf den Weg, aufs Feld, hinters Haus.... und ueber die 200 Bierdosen und 6 Pepsi-Flaschen, die die Familien mit uns aus dem naechsten Dorf (ca 1. Stunde zu Fuss, Kanu, zu Fuss und mit Taxi) geholt haben, werden bestimmt die naechsten Touristen stolpern.
Diese Einstellung zur Natur ging bis vor ein paar Jahren ja noch gut. Aber mittlerweile ist der Fluss eben kontaminiert, der Abfall verwest nicht mehr einfach so von sich aus und der Wald wird immer weniger. Delpia versucht natuerlich - wie viele andere Organisationen - hier mit Workshops und Ausbildungen aufzuklaeren, wieviel Erfolg das ganze Programm an sich hat oder haben wird, kann ich aber nicht beurteilen. Sicher ist aber, dass es noch viel Arbeit ist und dass vor allem gegen den aufkommenden Alkoholkonsum auch etwas unternommen werden muss.
Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Im letzten Jahr mit Christoph war ein Besuch bei den Indigenas in Ecuador eher paradisisch. Jetzt habe ich eine andere Realitaet kennengelernt.
Was mir aber mehr auf dem Herzen liegt als die Aktiviaeten zu beschreiben, ist, was ueber die Probleme zu schreiben:
Die Indigenas nutzen Flusswasser fuer alles. Baden, Waschen, Kochen, direkt Trinken. Es gibt noch weitere Doerfer Flussaufwaerts. Ausserdem ist die mobile Kokainherstellung ein grosses Problem. Die chemischen Abfaelle werden in die Fluesse gegossen. Wie schon geschrieben, ich habe nur an 2 Stellen im ganzen Dorf gesehen, dass sie Regenwasser sammeln. Delpia wird da hoffentlich was unternehmen. Das Wasser hat wahrscheinlich uns 4 Touristen Amoeben oder aehnliches beschert. Die Indigenas haben allerindgs keine aerztliche Versorgung, koennen sich nicht einfach Medikamente in der Apotheke kaufen.
Die Kokablaetter, die im Chapare angebaut werden, eignen sich nicht zum traditionellen (legalen) Gebrauch, also dem Kauen. Nur zur Kokainherstellung. Deshalb ist (eigentlich) klar, dass der gesamte Koka-Anbau im Chapare illegal ist. Trotzdem bauen selbst die Indigenas im grossen Stil Koka an. Wir haben - noch tief im Wald - Koka-Felder gesehen. Die Bolivianer an sich und die Indigenas haben die Einstellung, sich von der Natur nehmen zu koennen, was sie wollen. So haben wir bei einem Waldspaziergang 3 (!!!) Baume gefaellt, nur um ein paar langweilige Nuesse zu ernten. Wald wird fuer Felder gerodet, manchmal hat der Eigentuemer (in der Communidad kann sich jeder soviel Wald bzw Land nehmen, wie er will) keine Lust und das Feld liegt brach. Delpia arbeitet daran, den Indigenas Alternativen zum Koka aufzuzeigen, z.B. durch den Anbau von Mais. Aber Koka ist einfach die anspruchsloseste Pflanze und die ertragreichste. Man sagt auch, dass man auf einem Feld, auf dem Koka angebaut wurde, spaeter nichts anderes mehr anbauen kann.
Ein weiteres fuer Bolivien typisches Problem ist, dass die Menschen ihren Muell ueberall hinschmeissen. Die Indigenas haben keinen STrom, aber nutzen Taschenlampen und Radios, sogar einen MP3-Spieler habe ich gesehen. Die Batterien werden ueberall hingeworfen, auf den Weg, aufs Feld, hinters Haus.... und ueber die 200 Bierdosen und 6 Pepsi-Flaschen, die die Familien mit uns aus dem naechsten Dorf (ca 1. Stunde zu Fuss, Kanu, zu Fuss und mit Taxi) geholt haben, werden bestimmt die naechsten Touristen stolpern.
Diese Einstellung zur Natur ging bis vor ein paar Jahren ja noch gut. Aber mittlerweile ist der Fluss eben kontaminiert, der Abfall verwest nicht mehr einfach so von sich aus und der Wald wird immer weniger. Delpia versucht natuerlich - wie viele andere Organisationen - hier mit Workshops und Ausbildungen aufzuklaeren, wieviel Erfolg das ganze Programm an sich hat oder haben wird, kann ich aber nicht beurteilen. Sicher ist aber, dass es noch viel Arbeit ist und dass vor allem gegen den aufkommenden Alkoholkonsum auch etwas unternommen werden muss.
Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Im letzten Jahr mit Christoph war ein Besuch bei den Indigenas in Ecuador eher paradisisch. Jetzt habe ich eine andere Realitaet kennengelernt.
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